Portraits ausgewählter heimischer Schmetterlinge


zur Bildsammlung Apollofalter (Parnassius apollo L. 1758)
Als einziger der in Deutschland vorkommenden Schmetterlinge genießt der Apollofalter durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen auch internationalen Schutz. Er zählt gemäß der "Roten Liste" zu den gefährdeten Arten. Trotz dieser formellen Einstufung als besonders geschützte Art wird der Falter durch zunehmende Veränderung des natürlichen Lebensraumes immer seltener. Von den bisher 278 beschriebenen Subspezies sind einige bereits heute ausgerottet. Anhand der in der Altmühlalb vorkommenden Unterart melliculus Stichel 1906 möchten wir einen Einblick geben in die Biologie dieses faszinierenden Falters.
 
zur Bildsammlung Segelfalter (Iphiclides podalirius L. 1758)
Der Segelfalter ist der einzige europäische Vertreter der Artengruppe (Tribus) Leptocircini. Diese findet ihren Verbreitungsschwerpunkt in den heißen Gebieten der Südhalbkugel der Erde. Auch der Segelfalter ist eine besonders wärmebedürftige Art. Dieser Wärmeanspruch und die zunehmende Zerstörung ohnehin knapper geeigneter Biotope macht ihn in Deutschland zu einem der seltenen Schmetterlingsarten und hat zur Aufnahme in die Rote Liste geführt.
 
zur Bildsammlung Schwalbenschwanz (Papilio machaon L. 1758)
Von den weltweit etwa 200 vorkommenden Papilio-Arten ist nur der Schwalbenschwanz bei uns heimisch. Er ist an das relativ rauhe zentraleuropäische Klima bestens adaptiert. Anders als der Segelfalter, kann er daher auf eine ökologische Kompensation, d. h. auf das Besetzen mikroklimatisch besonders günstiger Nischen, verzichten. Als sog. r-Stratege weist die Art hohe Vermehrungsraten auf (ein Weibchen legt ca. 150 Eier), bildet mehrere Generationen pro Jahr aus (beim Schwalbenschwanz 2-3) und zeigt eine schnelle Raupenentwicklung. Die Falter selbst vagabundieren, haben Pioniercharakter und besiedeln vornehmlich Störstellen. Obwohl der Falter meist nicht sehr häufig beobachtet wird, so verhelfen diese Arteigenschaften dem Schwalbenschwanz doch zu relativ guten Überlebenschancen, auch in vom Menschen stark beeinflussten Kulturlandschaften.
 
zur Bildsammlung Hofdame (Hyphoraia aulica L. 1758)
Die Hofdame ist ein unverwechselbarer kleiner Bärenspinner. Bis in die 80er Jahre konnte er in unserem Landkreis beobachtet werden, ist seither jedoch verschollen. Die Art kommt nur lokal auf trockenen sonnigen Flächen mit nur lückiger Vegetation vor, wo ein besonders warmes Mikroklima die Entwicklung der Raupen begünstigt. Ihre verborgene Lebensweise macht eine Bestandsgefährdung durch Sammler unwahrscheinlich. Wie so viele andere Arten, ist auch dieser Falter hauptsächlich durch den Verlust seines Lebensraumes gefährdet. In der Roten Liste ist die Hofdame als "stark gefährdete Art" aufgeführt. Es wäre daher interessant, ob die Art in jüngster Vergangenheit vielleicht doch in unserer Region gesichtet wurde.
 
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Kreuzenzian-Ameisenbläuling
(Maculinea alcon ssp. rebeli Hirschke 1904)
Ameisenbläulinge leben in einer komplizierten Beziehung zu ihren spezifischen Wirtsameisen. Erfolgt die Eiablage und der erste zarte Raupenfraß noch an der Pflanze, so werden die Jungraupen dann relativ rasch von Ameisen adoptiert und entwickeln sich in deren Nestern zum fertigen Schmetterling. Von allen vier in Deutschland vorkommenden Maculinea-Arten wurden bisher drei im Landkreis Eichstätt beobachtet (siehe Rote Liste Bayerns). Aufgrund seines Gefährdungsgrades gilt dem Kreuzenzian-Ameisenbläuling unser besonderes Augenmerk.
 
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Storchschnabelbläuling
(Eumedonia eumedon Esper 1780)
Der Storchschnabelbläuling ist eine weitere echte Rarität des Landkreises Eichstätt. Allerdings wurde der kleine und recht unscheinbare Falter auch von Seiten des Naturschutzes längere Zeit so gut wie kaum beachtet. Dies änderte sich durch eine Bestandsaufnahme der örtlichen Tagfaltervorkommen, welches explizit auch auf den vom Aussterben bedrohten Bläuling hingewiesen hatte. Formal ist der Schmetterling in der Roten Liste Bayerns dem Gefährdungsgrad 1 zugeordnet und wird damit als stärker gefährdet angesehen als z.B. der Apollofalter. Da ein Großteil seines Verbreitungsgebietes im Landkreis Eichstätt auf von Pflegemaßnahmen betroffene Biotope entfällt, war es zwingend notwendig, die Auswirkungen von Zeitpunkt und Methodik dieser Maßnahmen auf den Schmetterlingsbestand zu überprüfen, um nicht Gefahr zu laufen, die Bläulingspopulation zu schädigen. Aus diesem Grunde wurde im Jahre 2000 die Fa. "Ökologische Forschung und Planung GEYER & DOLEK" mit der Erstellung eines entsprechenden Gutachtens beauftragt, welches in leicht angepasster Form auch im Schmetterlingsforum eingesehen werden kann. Darüberhinaus betrieben im Jahre 2001 einige aktive Mitglieder der Kreisgruppe Eichstätt spezifische Feldforschungen, deren Ergebnisse im ausführlichen Schmetterlingsportrait wiedergegeben werden sollen.
 
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Zitronenfalter
(Gonepteryx rhamni L. 1758)
Zitronenfalter gehören mit zu den bekanntesten heimischen Tagfaltern. Das mag zum einen daran liegen, dass sie (noch) relativ häufig zu beobachten sind, zum anderen jedoch auch an ihrer auffälligen Erscheinung. Für die Auswahl des Zitronenfalters als Insekt des Jahres 2002 war dies auch ausschlaggebend: Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft hat sich "bewusst für einen noch relativ häufig vorkommenden Schmetterling entschieden, damit Spaziergänger eine gute Chance haben, das Insekt des Jahres 2002 in der freien Natur zu beobachten". Aus meiner Sicht sollte die Bundesanstalt aus dieser Entscheidung auch die Verpflichtung ableiten, durch eine entsprechende Beratung, die Träger von Land- und Forstwirtschaft zu einer schmetterlingsfreundlicheren Landschaftspflege zu bewegen.