Schmetterlingsschutz im Garten - was jeder tun kann

Arten für den Garten:


Der Schwalbenschwanz
(Papilio machaon L. 1758)

Papilio machaon L. 1758
Schwalbenschwanzfalter beim Sonnenbad
erwachsene Schwalbenschwanzraupe auf Dill
erwachsene Schwalbenschwanzraupe,
entdeckt an Dill im Garten des Verfassers

Die Weibchen des Schwalbenschwanzes (Papilio machaon L. 1758) streifen bei der Suche nach Eiablagemöglichkeiten weit umher und kommen dadurch auch regelmäßig in unsere Gärten. Die unsteten Falter sind selten länger an einem Ort zu beobachten, die Begegnungen mit ihnen sind meist nur flüchtig. Durch eine geeignete Bepflanzung hat man jedoch eine echte Chance, den Schwalbenschwanz in den Garten zu locken und auch seinen Raupen gute Entwicklungsmöglichkeiten zu verschaffen.

Der Falter selbst wird u.a. durch den Schmetterlingsflieder magisch angezogen und verweilt besonders an den blau-violetten Blüten sehr lange. Gerne saugt er in Gärten auch an Phlox, in der Natur an Disteln, Rotklee und Skabiosen. Daher sollte zumindest der Schmetterlingsflieder in einem Schmetterlingsgarten nicht fehlen. Falls der Garten genügend Raum bietet sind auch viele unserer heimischen Distelarten nicht nur wertvolle Nektarquellen für Insekten, sondern bieten mit ihren wunderschönen Blüten auch uns einen Augenschmaus. Wer Angst vor einer wilden Aussaat durch die flugfähigen Samen hat, der kann die verblühten Distelköpfe noch vor der einsetzenden Reifung abschneiden. Diese sollten jedoch über den Hausmüll entsorgt werden, da so mancher Blütenstand auch auf dem Kompost noch auszusamen vermag. Ein Teil des Distelsamens sollte jedoch belassen oder gezielt wieder ausgebracht werden, um auch im nächsten Jahr wieder blühende Pflanzen zu haben.

Kräutergärten und Gemüsebeete werden regelmäßig zur Eiablage genutzt. Sie sollten die stets nur in wenigen Exemplaren auf Dill, Fenchel oder Möhren zu findenden Raupen dort belassen! Die Raupen sind gute Futterverwerter und fressen so wenig, dass ihre Fraßspuren oft unentdeckt bleiben. In keinem Fall werden Ihre Kulturpflanzen dadurch geschädigt. Wollen Sie den Schwalbenschwanz zur Eiablage vielleicht sogar anlocken, so sollten Sie die Beete in einer sonnigen Ecke des Gartens anlegen. Bepflanzen Sie diese bitte nur dünn, da insbesondere Jungpflanzen und zarte Triebe über lückig bewachsenem wärmespeichernden Boden bei der Eiablage bevorzugt werden. Daher sollten Sie den Boden auch regelmäßig harken und von "Unkräutern" frei halten. Verzichten Sie in diesem Zusammenhang auch auf das ansonsten zu empfehlende Mulchen. Insektizide sollten selbstverständlich nicht eingesetzt werden!

Da die Puppen einen ungestörten Überwinterungsplatz brauchen, sollten in der Umgebung der Raupenfutterpflanzen befindliche dürre Krautsäume nicht schon im Herbst beseitigt werden, sondern nach Möglichkeit erst im nächsten Frühjahr. Dürres Kraut bitte nicht verbrennen, anhaftende Puppen würden mitvernichtet! Das Kraut nach Puppen abzusuchen, ist extrem aufwendig und hat nur selten Erfolg. Die Wahrscheinlichkeit, die gut getarnten Puppen zu übersehen, ist wesentlich höher!


ein Beitrag von Andreas Haller, Ingolstadt (erstellt am 17.03.2001)